kachel 2 rechnitz

Das sogenannte Massaker von Rechnitz war nur einer von über zwei Dutzend dokumentierten Massenmorden zwischen 23. und 29. März 1945 im Raum Rechnitz. Der Begriff »Massaker« ist irreführend: es handelte sich nicht um ein »Blutbad«, sondern um geplante, organisierte Morde, wie sie zeitgleich in über zwanzig österreichischen und ungarischen Schanzlagern des »Südostwalls«, meist von eigens angereisten SS-Kommandos und oft nach Art der SS-Einsatzgruppen-Morde begangen wurden. Die Opfer waren jüdische Zwangsarbeiter, die zu schwach waren, Ende März 1945 die Todesmärsche nach Mauthausen anzutreten; allein für die Verbrechen in Kőszeg, Bozsok, Bucsu, Rechnitz und Schachendorf lassen sich 2.000 bezifferte Opfer und bis zu 1.500 „spurlos Verschwundene“ sowie weitere dokumentierte, aber nicht bezifferte Morde rekonstruieren.

Die Analyse von Überlebenden Berichten, von Vernehmungsprotokollen in den Rechnitzer Gerichtsverfahren, von Luftbildaufnahmen und von jüngsten Grabungsaktivitäten legt nahe, dass die Massengräber beim Kreuzstadl bereits im Juli/August 1945 exhumiert worden sein dürften, dass sich aber bei anderen Verdachtsflächen noch weitere Massengräber vermuten lassen.

Krizanits, Joana: Organized Mass Killings of Hungarian Jews Deported to Kőszeg, Rechnitz and Surrounding East Wall Forced Labor Camps 1944/45, ZfG, 1, 2024, S. 9–80. DOI:10.5771/1438- 8332-2024-1-9.

Autorisierte Übersetzung:
Krizanits, Joana: Organisierter Massenmord an ungarischen Juden, die 1944/45 nach Kőszeg, Rechnitz und in benachbarte Zwangsarbeitslager am »Südostwall« deportiert worden waren.

Deutsche Zusammenfassung der dokumentierten Verbrechen und Evidenz zu Massengräbern beim Kreuzstadl:
Krizanits, Joana: Organisierte Massenmorde an ungarischen Juden im Raum Rechnitz.

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Hier ist die deutsche Zusammenfassung der dokumentierten Verbrechen und Evidenz zu Massengräbern beim Kreuzstadl